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Enterokokken: Probiotika mit gefährlichen Schattenseiten 

Enterokokken sind grampositive, anaerobe Bakterien, die sich in der Umwelt, bei Menschen und Tieren aber auch in alltäglichen Lebensmitteln finden lassen.  

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Sie gehören zur Ordnung der Milchsäurebakterien und spezifisch zur Familie der Enterococcaceae. In diesem Zusammenhang bilden sie eine eigene Gattung, die eng mit der Gattung der Streptokokken verwandt ist. Typisches Kennzeichen ist ihre kugelförmige Form sowie ihre Anordnung in Paaren oder Ketten. 

Enterokokken bewohnen auch unseren Verdauungstrakt 

Der Name „Enterokokken“ resultiert ursprünglich aus den altgriechischen Begriffen énteron (= Darm) und kókkos (= Kern/Korn). Damit ergibt sich ein Verweis auf die Existenz dieser Bakterien im menschlichen und tierischen Verdauungstrakt, den sie als Teil der residenten Flora auf natürliche Weise bewohnen. In der Pharmazie werden gewisse Arten sogar als Probiotika und Immunologika eingesetzt, um das Verdauungssystem zu fördern und die Immunabwehr zu stärken. Weiteren positiven Einfluss haben sie zudem auf Lebensmitteln wie Camembert, da sie beispielweise den Reifeprozess anregen.  

Einige Arten dieser Bakterien sind jedoch pathogen und können teils schwere Erkrankungen auslösen. Über den Verzehr von verunreinigtem Trinkwasser kann eine direkte Aufnahme der Enterokokken erfolgen. Gerade für immungeschwächte Personen existiert ein erhöhtes Risiko. Beispiele für Erkrankungen, die durch Enterokokken ausgelöst werden können, sind Harnwegsinfekte, Wundinfektionen, Sepsis und Endokarditis. Dazu kommt eine zunehmende Resistenz gegen Antibiotika, die eine Behandlung nachhaltig erschwert. 

Nachweis von Enterokokken im Trinkwasser immer ein ernstzunehmendes Signal 

Enterokokken sind allgegenwärtig. In der Natur existieren sie unter anderem in Böden und Gewässern. Sie weisen sich durch eine große Robustheit aus und trotzen einem großen Spektrum an Umweltbedingungen. Daher verfügen die kugelförmigen Bakterien auch über eine lange Überlebenszeit. Trinkwasser muss laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV) komplett frei von dieser Bakterienart sein, sodass der Aufreinigungsprozess keine Kompromisse erlaubt. Der zugehörige Grenzwert liegt bei 0 KBE pro 100 mL. Da eine Vermehrung nur innerhalb des Verdauungssystems eines Wirts stattfindet und nicht im Wasser selbst, ist ein Nachweis von Enterokokken im analysierten Trinkwasser stets ernst zu nehmen. Die Ursache ist dann eine Einschleppung in das System, die es zu finden gilt. Beispiele können Arbeiten an den Leitungen, Neuanschlüsse oder auch Störungen sein. Mit den Enterokokken gehen dann meist auch Verunreinigungen durch andere Keime einher. 

Enterokokken-Testpflicht 

Entsprechend der TrinkwV sind zentrale und dezentrale Wasserversorger sowie Eigenversorger verpflichtet, das Trinkwasser in kontinuierlichen Abständen analysieren zu lassen. Für mikrobiologische Parameter ist dies üblicherweise mindestens jährlich erforderlich. Genaue Anforderungen werden durch den Umfang der Versorgung sowie das lokale Gesundheitsamt festgelegt. Auch für Endverbraucher kann eine Überprüfung jedoch sinnvoll sein, um Verunreinigungen der Hausinstallation auszuschließen. LADR Biofocus steht Ihnen als Ansprechpartner bei Fragen von der Probenahme bis zum Prüfbericht gerne zur Verfügung. 

Nachweis von Enterokokken 

Die Analyse erfolgt mittels Kulturverfahren. Die Ergebnisse liegen nach etwa 48 h vor und können elektronisch oder per Post übermittelt werden. 

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