Coliforme Keime im Trinkwasser: Bedeutung, Grenzwerte und Nachweisverfahren
Coliforme Bakterien sind gramnegative, fakultativ anaerobe, sporenlose Bakterien in Stäbchenform aus der Ordnung der Enterobactereales. Einige Vertreter kommen im menschlichen und tierischen Darm vor, andere sind auch in der Umwelt zu finden.
Die wohl bekanntesten Gattungen sind Citrobacter, Enterobacter, Escherichia und Klebsiella.
Fragen zu coliformen Keimen im Trinkwasser?
Unsere Expertinnen und Experten beraten Sie gerne zu Nachweisverfahren, Grenzwerten und der Bewertung Ihrer Wasserprobe.
Jetzt Kontakt aufnehmenColiforme Keime werden häufig als Krankheitserreger bezeichnet. Es sind jedoch nur spezifische Vertreter grundsätzlich pathogen, sprich krankheitserregend. Der Nachweis von Gesamtcoliformen muss demnach nicht automatisch auf Krankheitsgefahren hindeuten.
Anzeige für Verunreinigungen
Ihre Vermehrung ist im Trinkwasser unter normalen Bedingungen in der Regel nicht möglich. Daher deutet die Präsenz auf eine akute Kontamination durch äußeren Einfluss oder mangelnde Aufreinigung des Wassers hin. Coliforme Bakterien dienen als wichtiger Indikator, um die Sauberkeit von Lebensmitteln und Wasser zu überprüfen.
Für die Sicherheit gilt hier eine strikte Null-Toleranz-Grenze: Weder in 100 ml Leitungswasser noch in 250 ml abgefülltem Flaschenwasser (z. B. Mineralwasser) dürfen diese Keime nachweisbar sein (Grenzwert: 0 KBE).
Sollten dennoch Bakterien gefunden werden, muss das Gesundheitsamt umgehend darüber informiert werden.
Vier Petrischalen mit mikrobiologischen Kulturen auf Agarplatten. Sichtbar sind unterschiedliche Koloniebildungen sowie Membranfilter zur Keimzahlbestimmung.
Strenge Überwachung
In der Trinkwasserversorgung (Anlage 4) ist zudem genau festgelegt, wie oft das Wasser beprobt werden muss. Städtische Wasserwerke werden mindestens viermal im Jahr überprüft. In Großstädten wird das Trinkwasser fortlaufend kontrolliert, denn spezifische Vertreter mit fäkalem Ursprung wie E. coli können Krankheiten wie Magen-Darm-Infektionen verursachen. Betroffen sind oftmals Menschen mit schwachem Immunsystem, Säuglinge oder Senioren. Die Trinkwasserverordnung sieht daher beispielweise für E. coli als Individualbakterium einen Grenzwert von 0 KBE pro 100 mL vor. Das bedeutet, dass keine E. coli im Wasser vorhanden sein dürfen.
Sollte ein Gesundheitsamt eine Warnung rausgeben, dass im Wasser E. coli nachgewiesen wurden, wird in der Regel auch ein Abkochgebot ausgesprochen. Das bedeutet, dass das Wasser einmal aufgekocht (min. 100°C) werden muss. Nur dieses Wasser sollte dann zum Trinken, Zähneputzen, zur Zubereitung von Babynahrung oder zum Waschen von Lebensmitteln verwendet werden. Zum Duschen kann das Wasser in der Regel verwendet werden, sofern es nicht geschluckt wird oder offene Wunden vorhanden sind.
Zwei Nachweismethoden
Der Nachweis coliformer Bakterien erfolgt gemäß der Trinkwasserverordnung über zwei standardisierte Wege: einmal dem Membranfiltrationsverfahren mit anschließender Kultivierung sowie das Colilert-Verfahren mit Vermehrung in flüssigem Medium und Berechnung der wahrscheinlichsten Keimzahl.
Das Membranfiltrationsverfahren (Direktes Zählen)
Bei diesem klassischen Verfahren wird eine bestimmte Wassermenge durch einen sehr feinen Filter gegeben. Dieses Filtrat wird anschließend auf einen speziellen Agar (CCA) für E. coli und coliforme Bakterien aufgetragen und ca. 24 Stunden bei rund 36 °C kultiviert. Coliforme und E. coli können nach der Kultivierung anhand von positiven Farbreaktionen erkannt und mittels Oxidase- bzw. Indol-Tests bestätigt werden.
Das Colilert-Verfahren (Farbumschlag und Statistik)
Bei diesem modernen Verfahren wird ein Trockenmedium zur Probe ergänzt und diese dann in ein Quanti-Tray überführt. Es folgt eine Bebrütung für rund 19 Stunden mit anschließender Auswertung. Positivbefunde sind anhand von Gelbfärbung (coliforme) und ggf. Fluoreszenz (E. coli) nachweisbar.
LADR Biofocus bietet beide Verfahren an. Das Colilert-Verfahren liefert schnelle Ergebnisse, ob coliforme Keime überhaupt vorliegen, während bei dem Membranfiltrationsverfahren die genaue Anzahl der Keime bestimmt wird.
Die Ergebnisse liegen innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor und werden per E-Mail oder per Post verschickt.
Die LADR Biofocus Expertinnen und Experten beraten Sie gerne, welches Verfahren für Ihre Probe am besten geeignet ist.
-
Ansprechpartner