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Metalle im Wasser

Metalle sind natürliche Bestandteile unserer Umwelt und finden sich in unterschiedlichen Konzentrationen auch im Wasser. Einige Metalle, wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium, sind sogar lebensnotwendig für Mensch und Tier. Andere wiederum, wie Blei, Cadmium oder Quecksilber auch als Schwermetalle bekannt, können in höheren Konzentrationen gesundheitsschädlich sein.

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Die Herkunft der Metalle im Wasser ist vielfältig: Sie können aus natürlichen Gesteinsformationen ausgewaschen, durch industrielle Prozesse eingetragen oder aus Rohrleitungen freigesetzt werden. Die Analyse und Kontrolle der Metallkonzentrationen im Wasser sind daher von großer Bedeutung, um die Wasserqualität zu gewährleisten und die Gesundheit von Menschen und die Umwelt zu schützen.  Die Trinkwasserverordnung regelt die höchstzulässige Konzentration von Schwermetallen im Trinkwasser. 

LADR Biofocus entnimmt gerne entsprechend den gesetzlichen Vorgaben Proben und analysiert die Belastung Ihres Trinkwassers.  

Blei (Pb)

Blei ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall und hochgiftig. Menschen können in unterschiedlichen Bereichen mit Blei in Berührung kommen, zum Beispiel durch industrielle Prozesse und durch Lebensmittel. Auch in Trinkwasser tritt Blei auf. Die aktuelle Trinkwasserverordnung gibt einen Grenzwert von 0,010 Milligramm pro Liter im Wasser vor. Seit dem 12. Januar 2028 wurde der Grenzwert nochmal verschärft auf maximal 0,005 Milligramm pro Liter.

Wenn Trinkwasser in Bleileitungen lange stand, kann der Grenzwert um ein Vielfaches überschritten sein. Besteht das Risiko, wird dazu geraten, das Wasser aus dem Wasserhahn zunächst ablaufen zu lassen, bis es gleichbleibend kühl aus der Leitung kommt. 

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Die aktuelle Trinkwasserverordnung sieht zudem vor, dass bis zum 12. Januar 2026 in allen Immobilien Leitungen oder Leitungsteile aus Blei entfernt oder stillgelegt werden müssen. Ob Leitungen aus Blei vorhanden sind, lässt sich testen. LADR Biofocus entnimmt Proben im Trinkwasser und analysiert sie.  Ist der zulässige Grenzwert im Trinkwasser überschritten, muss die Ursache gesucht werden.

Möglich wäre, dass der Bleiwert auf die Hausanschlussleitung zurückzuführen ist, für die das Wasserversorgungsunternehmen verantwortlich ist. Ein hoher Bleiwert kann aber auch an der Hausinstallation wie Rohren, Verbindungsstücken und Armaturen liegen.

Für die Hausinstallation ist fast immer der Hauseigentümer oder die Hauseigentümerin verantwortlich. An sichtbaren Leitungen lässt sich oft erkennen, ob es sich um Blei handelt.  

,,Sie sind im Gegensatz zu Kupfer- oder Stahlleitungen weicher. Mit einem Messer lassen sie sich zum Beispiel leicht einritzen oder abschaben. Sie heben sich auch durch eine silbergraue Farbe von anderen Metallen ab. Wirkliche Sicherheit kann dann ein Test durch das LADR Biofocus erzielen”,

sagt Dr. rer. nat. Dirk Reinhardt, Leiter des LADR Biofocus Wasserlabors. 

Blei gilt schon in geringen Mengen als gesundheitsgefährdend. Bleikonzentrationen im Blut von weniger als 0,05 Milligramm pro Liter können Konzentrationsstörungen verursachen und bei Kindern niedrige IQ-Werte zur Folge haben.

Vor allem Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sollten Wasser aus Bleileitungen nicht trinken und keine Speisen essen, die mit solchem Wasser zubereitet wurden. Blei passiert bei Schwangeren beispielsweise die Plazenta und kann das ungeborene Kind schädigen. Außerdem schädigt Blei das Nervensystem, beeinträchtigt die Blutbildung und kann zu Nierenschäden sowie den Knochenstoffwechsel stören.  Zum Duschen oder Waschen kann das Wasser laut Umweltbundesamt aus gesundheitlicher Sicht aber zunächst weiterhin verwendet werden. 

Die Bleibelastung im Trinkwasser geht immer weiter zurück. Der Grund dafür ist, dass in Häusern, die nach 1973 gebaut wurden, Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei nicht mehr eingesetzt werden durften.

Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes hat allerdings ergeben, dass es in Deutschland noch schätzungsweise etwa 15.000 Gebäude mit einer Hausanschlussleitung aus Blei und 38.000 Gebäude mit Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation gibt. Die meisten davon befinden sich demnach in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hamburg, Berlin, Niedersachsen und Hessen.  

Weitere Informationen gibt es unter Blei im Trinkwasser | Umweltbundesamt 

Eisen (Fe)

Das Metall Eisen kommt in fast allen Böden und Gesteinen vor. In sauerstoffhaltigem Grundwasser ist es vor allem in schwerlöslichen Verbindungen zu finden. Eisen hat färbende Eigenschaften und stört damit die Trinkwassergewinnung. Die aktuelle Trinkwasserverordnung hat für Eisen einen Grenzwert von 0,2 Milligramm pro Liter im Trinkwasser festgelegt. Ab einer Konzentration von 5 Milligramm pro Liter wird demnach das Wasser geschmacklich beeinträchtigt und nach Luftzufuhr bräunlich gefärbt.  

Gerade in den Regionen Nordrhein-Westfalen, im Sauerland und in Norddeutschland kommt vermehrt Eisen im Wasser vor. Aber auch alte Eisenrohre können durch Korrosion Eisen an das Trinkwasser abgeben. Für den Menschen ist das Spurenelement Eisen wichtig zur Blutbildung. Es ist ein Baustein des Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb) in den roten Blutkörperchen und unter anderem an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt sowie am Transport von Sauerstoff im Blut.  

Um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten, ist es wichtig, den Eisengehalt regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zur Entfernung zu ergreifen. 

Cadmium (Cd)

Cadmium ist ein gesundheitsschädliches Schwermetall. Es kommt in der Erdkruste vor und kann durch Düngemittel oder industrielle Emissionen in die Nahrungskette gelangen. Cadmium geht auch ins Trinkwasser über, wenn bestimmte metallene Leitungskomponenten wie ältere verzinkte Stahlrohre verwendet werden. 

Da Cadmium schon in geringen Mengen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht und Störungen im Stoffwechsel verursachen kann, hat die aktuelle Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 3 Mikrogramm pro Liter Wasser festgelegt. Cadmium reichert sich im Körper an, insbesondere in der Leber und den Nieren, und kann dort schwere Schäden verursachen.

Zu den gesundheitlichen Folgen einer chronischen Cadmiumbelastung gehören Nierenschäden, Knochenerkrankungen wie Osteoporose und ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält deshalb eine Aufnahmemenge von maximal 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht wöchentlich für tolerierbar. 

Kupfer (Cu)

Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement für den menschlichen Körper. Es spielt eine wichtige Rolle bei zahlreichen Stoffwechselprozessen. Allerdings kann ein zu hoher Kupfergehalt im Trinkwasser gesundheitliche Probleme verursachen.  

Die Konzentration von Kupfer in den Böden ist abhängig von den geologischen Gegebenheiten. In Wein- oder Obstanbaugebieten kann es höhere Konzentrationen geben als in anderen Regionen. Die Konzentration von Kupfer im Trinkwasser wird auch durch Rohre oder andere Bauteile wie Armaturen oder Fittings aus Kupfer beeinflusst. Die aktuelle Trinkwasserverordnung nennt einen Grenzwert von 2 Milligramm pro Liter Wasser, der nicht überschritten sein sollte.  

Kupfer kann durch alte oder beschädigte Kupferrohre ins Trinkwasser gelangen. Auch andere Materialien, die Kupfer enthalten, wie Messing oder Bronze, können zur Kupferkontamination beitragen.  

In geringen Mengen ist Kupfer für den menschlichen Körper unbedenklich. Eine übermäßige Aufnahme kann jedoch zu folgenden gesundheitlichen Problemen führen: 

  • Gastrointestinale Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. 
  • Schäden an Leber und Nieren: Bei langfristiger hoher Kupferbelastung können Leber- und Nierenschäden auftreten. 
  • Neurologische Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit. 
  • Hämatologische Veränderungen: Veränderungen der Blutwerte. 

Besonders empfindlich auf eine erhöhte Kupferaufnahme reagieren Säuglinge und Kleinkinder.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen grundsätzlich 1 bis 1,5 Milligramm pro Tag.  

 

Ein erhöhter Kupfergehalt im Trinkwasser ist in der Regel kein akutes Problem, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Durch regelmäßige Überwachung und geeignete Maßnahmen kann das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung minimiert werden. LADR Biofocus unterstützt Sie dabei gerne. 

Mangan (Mn)

Mangan ist ein essenzielles Spurenelement, das in geringen Mengen für den menschlichen Körper von Bedeutung ist. Es spielt eine Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen. Allerdings kann ein zu hoher Mangangehalt im Trinkwasser zu Problemen führen. 

Mangan kommt natürlicherweise in Boden, Organismen und Wasser vor. Durch menschliche Aktivitäten kann es erhöhte Umweltkonzentrationen geben. Daher spielt es auch bei der Trinkwasseraufbereitung eine Rolle. Mangan gehört zu den Parametern, deren Grenzwert nach der aktuellen Trinkwasserverordnung auch technisch oder ästhetisch begründet ist. Bei Mangan-Konzentrationen von mehr als 0,050 Milligramm pro Liter kann es zu Verschlammungen im Verteilernetz kommen. Zudem kann es zu bräunlichen oder schwarzen Verfärbungen von Wasser, Armaturen und Wäsche führen. 

Nickel (Ni)

Nickel ist ein Metall, das in geringen Mengen in der Natur vorkommt und auch in vielen industriellen Prozessen eingesetzt wird. Es kann über verschiedene Wege ins Trinkwasser gelangen und dort gesundheitliche Bedenken hervorrufen. 

Nickel wird über Trinkwasser und Nahrung aufgenommen. Dabei ist die Menge der Zufuhr über das Trinkwasser wesentlich geringer als über die Nahrung. Dennoch kann unter besonders ungünstigen Bedingungen die Aufnahme mit Trinkwasser einen großen Anteil haben. In Deutschland wird nach Angaben des Umweltbundesamtes der Nickelgehalt des Trinkwassers mit Werten zwischen 0,005 und 0,010 Milligramm pro Liter in den westdeutschen Bundesländern und 0,005 bis 0,023 Milligramm pro Liter Wasser in den ostdeutschen Bundesländern angegeben. Aus der aktuellen Trinkwasserverordnung geht für Nickel ein Grenzwert von 0,020 Milligramm pro Liter hervor. Laut Weltgesundheitsorganisation soll damit gewährleistet werden, dass nur 10 Prozent der täglichen Aufnahmemenge aus dem Trinkwasser kommt. 

Wie bei den Metallen Blei und Kupfer wird die Konzentration von Nickel in Trinkwasserproben an der Entnahmestelle der Verbraucher vorrangig von den Werkstoffen der Wasserversorgungsanlage beeinflusst. Vor allem dort, wo vernickelte Bauteile verwendet wurden, sind Überschreitungen des Grenzwertes für Nickel möglich. 

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