Haben Sie Fragen zu Blei im Trinkwasser?
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Vorhandene Leitungen oder Teilstücke aus Blei müssen entweder ausgetauscht oder stillgelegt werden. Das geht aus der Trinkwasserverordnung hervor, die seit dem 24. Juni 2023 gilt.
Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage, in der Trinkwasserleitungen oder Teilstücke von Trinkwasserleitungen aus dem Werkstoff Blei vorhanden sind, hat diese Trinkwasserleitungen oder Teilstücke bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu entfernen oder stillzulegen
, heißt es darin.
Blei ist für uns Menschen laut Umweltbundesamt hochgradig giftig, und das Risiko von Erkrankungen soll gesenkt werden. Trinkwasser ist eine der möglichen Aufnahmequellen, wie Dr. rer. nat. Dirk Reinhardt, Leiter Umweltanalytik bei LADR Biofocus, bestätigt.
Insbesondere Schwangere, Babys und Kleinkinder sollten kein Wasser aus Bleileitungen zu sich nehmen noch damit kochen. Die Aufnahme von Blei kann das Nervensystem schädigen und die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen.
Die Trinkwasser-Richtlinie der EU schreibt einen Wert von maximal 5 Mikrogramm pro Liter (5,0 µg/l) für Blei im Trinkwasser vor, den die Mitgliedsstaaten bis spätestens zum Jahr 2036 umsetzen müssen. In Deutschland gilt laut Trinkwasserverordnung bislang noch ein Grenzwert von 10 µg/l.
Zum 12. Januar 2028 wurde der Grenzwert dann auf 5,0 µg/l abgesenkt. Die Behörden warnen davor, dass der Grenzwert in Trinkwasser, das durch Bleirohre fließt, nicht eingehalten werden kann. Wenn Trinkwasser in Bleileitungen lange stand, soll der Grenzwert sogar um ein Vielfaches überschritten sein.
Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei gibt es noch in Häusern, die vor dem Jahr 1973 gebaut wurden. Oftmals wurden die Rohre bereits ausgetauscht. Aber einer Studie vom Umweltbundesamt zufolge, gibt es in Deutschland noch etwa 15.000 Gebäude mit einer Hausanschlussleitung aus Blei und 38.000 Gebäude mit Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hamburg, Berlin, Niedersachsen und Hessen. Die Zahlen basieren demnach auf Schätzungen der Bundesländer, Gesundheitsämter und Wasserversorgungsunternehmen.
„Zunächst geht es wohl schwerpunktmäßig um öffentliche Liegenschaften, dort wo Wasser an Dritte abgegeben wird“, sagt Dirk Reinhardt. „Dazu gehören Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Sportstätten und Fitnessstudios.“ Auch Vermieter und Vermieterinnen von Wohnkomplexen oder Mehrfamilienhäusern, Wohnungsgenossenschaften und Immobiliengesellschaften könnten betroffen sein. Um zu ermitteln, ob es in Ihren Gebäuden Leitungen oder Teilstücke aus Blei gibt, können Sie das Trinkwasser bei LADR Biofocus analysieren lassen.
Gut zu wissen: Das Auftreten von positiven Bleibefunden im Trinkwasser kann auf das Vorhandensein von Bauteilen aus Blei in alten Armaturen zurückgeführt werden. Selbst wenn die Hauptwasserleitung keine Bleirohre mehr enthält, können Armaturen, die vor dem Jahr 2000 hergestellt wurden, geringe Mengen Blei in den Messing- oder Rotgusslegierungen enthalten.
Bei Stagnation des Wassers, d.h. wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung oder den Armaturen steht, kann Blei aus diesen Materialien ins Trinkwasser gelöst werden. Um dies zu vermeiden, sollte man das Wasser eine Weile ablaufen lassen, bevor man es trinkt oder zum Kochen benutzt.
Bekommt ein akkreditiertes Labor wie LADR Biofocus einen Auftrag, nehmen die geschulten Probennehmerinnen und Probennehmer in dem jeweiligen Haus Zufallsstichproben oder auch gestaffelte Stagnationsproben, wie Dirk Reinhardt erläutert. Diese Proben werden im Labor entsprechend den Vorgaben des Umweltbundesamtes analysiert. Liegt der Bleigehalt über dem erlaubten Grenzwert, müssen die Verantwortlichen handeln.
Oft wissen Hauseigentümer nicht, ob oder wo Leitungen aus Blei verlegt sind
,sagt der Diplom-Chemiker. Also muss gesucht werden: Könnte es ein Bleirohr sein oder ein Fitting, also ein Verbindungsstück, oder der Wasserzugang zum Haus oder möglicherweise der Wasserhahn?
Dirk Reinhardt sieht Probleme bei der Umsetzung der Richtlinie. Die Suche nach einer Blei-Leitung kann sehr aufwendig sein, gegebenenfalls müssen dafür Rohre hinter Wänden freigelegt werden.
Da entstehen immense Kosten für die Betreiber der Wasseranlage.“ Außerdem stellt sich die Frage, ob Eigentümer rechtzeitig einen Installateur finden, der die Arbeiten bis zum Ablauf der Frist vornehmen kann. „Auf Antrag kann die Frist unter bestimmten Voraussetzungen um zehn Jahre verlängert werden
, unterstreicht Dirk Reinhardt.
Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer können auch privat selbst Proben nehmen und zur Laboranalyse einschicken. Das Ergebnis sei dann aber nicht rechtssicher. Sie bekommen Rechtssicherheit, wenn LADR Biofocus offiziell beauftragt wird und die Proben durch akkreditiertes Fachpersonal genommen werden.
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/blei-im-trinkwasser#gewusst-wie
2. Abschätzung der in Deutschland noch vorhandenen Bleileitungen
3. TrinkwV.pdf