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PFAS im Trinkwasser – was Betreiber jetzt wissen und tun müssen

Neue PFAS-Grenzwerte kommen: Was Betreiber jetzt wissen, prüfen und vorbereiten müssen – verständlich erklärt vom Wasserlabor.

Warum dieses Thema für Sie relevant ist

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind geruchs- und geschmacklos. Eine Belastung des Trinkwassers bleibt daher ohne gezielte Analytik unbemerkt.
Mit der neuen Trinkwasserverordnung gelten ab 12. Januar 2026 erstmals verbindliche Grenzwerte für PFAS – und damit konkrete Prüf- und Handlungspflichten für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen. Wer sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, vermeidet rechtliche Risiken und schützt Verbraucher nachhaltig.

Fragen zu PFAS-Analytik oder Grenzwerten?

Gern unterstützen wir Sie bei der Einordnung gesetzlicher Vorgaben, der Probenplanung sowie bei der analytischen Umsetzung – zuverlässig und akkreditiert.

Für eine schnelle Bearbeitung nennen Sie bitte Matrix, Probenanzahl und den gewünschten Zeitrahmen.

Was sind PFAS?

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine große Stoffgruppe synthetischer chemischer Verbindungen. Sie kommen nicht natürlich vor, sondern wurden vom Menschen hergestellt. Charakteristisch ist ihre chemische Struktur: Wasserstoffatome an Kohlenstoffketten wurden durch Fluoratome ersetzt.

Diese Bindung macht PFAS extrem stabil. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung existieren inzwischen über 10.000 verschiedene PFAS-Verbindungen.

Warum PFAS lange als „Wunderchemikalien“ galten

PFAS besitzen außergewöhnliche physikalisch-chemische Eigenschaften.

Sie sind:

  • wasser-, fett- und schmutzabweisend
  • thermisch und chemisch hochstabil

Diese Eigenschaften führten zu einem jahrzehntelangen breiten Einsatz,

u. a. in:

  • Textilien und Outdoor-Bekleidung
  • Kosmetika und Medizinprodukten
  • Elektronik, Energieerzeugung und Industrie
  • Haushaltsprodukten wie beschichteten Pfannen (PTFE / Teflon)

Wo steckt PFAS überall drin?

Hier steckt PFAS überall drin.

Hier steckt PFAS überall drin.

Die Schattenseiten: Persistenz und Gesundheitsrisiken

Gerade die hohe Stabilität der PFAS stellt ein zentrales Problem dar.

PFAS:

  • werden durch natürliche Prozesse kaum abgebaut
  • reichern sich langfristig in Boden und Wasser an
  • gelangen über Lebensmittel und Trinkwasser in den menschlichen Körper

Dort können sie sich im Blut und in Organen anreichern. Zwar sind nicht alle gesundheitlichen Wirkungen abschließend geklärt, dennoch gelten viele PFAS bereits heute als toxisch und gesundheitsrelevant. Die anhaltende Umweltbelastung macht PFAS zu einem langfristigen Risiko.

Neue gesetzliche Vorgaben und Grenzwerte

Bereits 2023 haben fünf europäische Staaten – darunter Deutschland – bei der Europäischen Chemikalienagentur eine umfassende Beschränkung aller PFAS beantragt. Eine Entscheidung wird für 2026/2027 erwartet.

Unabhängig davon gelten bereits jetzt neue verbindliche Regelungen im Trinkwasserrecht:

  • Ab 12. Januar 2026 „Summe PFAS-20“

    • Umfasst 20 definierte PFAS-Verbindungen
    • Grenzwert: 0,00010 mg/l (100 ng/l)
    • Alle Einzelstoffe müssen analytisch bestimmt und anschließend summiert bewertet werden
  • Ab 12. Januar 2028 zusätzlicher Parameter „Summe PFAS-4“

    • PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS
    • Grenzwert: 0,000020 mg/l (20 ng/l)
    • Diese vier Stoffe machen laut UBA etwa 90 % der internen Körperbelastung aus

Ergänzend gilt weiterhin § 7 Absatz 1 der Trinkwasserverordnung: Chemische Stoffe dürfen nicht in Konzentrationen vorliegen, von denen eine Gefährdung für die Gesundheit ausgehen kann – auch unabhängig von expliziten Grenzwerten.

Was das konkret für Betreiber bedeutet

Mit Inkrafttreten der Grenzwerte ergeben sich klare Pflichten:

  • regelmäßige Untersuchung des Trinkwassers auf PFAS-20
  • fachliche Bewertung der Ergebnisse
  • Einleitung geeigneter Maßnahmen bei Grenzwertüberschreitungen
  • ab 2028 zusätzliche Untersuchungen zur PFAS-4-Bewertung

In der Praxis zeigen sich PFAS-Belastungen nicht nur in industriell geprägten Regionen. Auch Altlasten, Feuerlöschschäume oder diffuse Einträge können relevant sein. Eine frühzeitige Analytik schafft Planungssicherheit.

Unsere Leistungen als spezialisiertes Wasserlabor

Als erfahrenes Wasserlabor unterstützen wir Sie bei allen Fragen rund um PFAS:

  • Untersuchung Ihres Trinkwassers auf PFAS-20 und PFAS-4 gemäß Trinkwasserverordnung
  • Hochsensitive Analytik mittels LC-MS/MS
  • Fachliche Einordnung der Ergebnisse inklusive Grenzwertbewertung
  • Beratung zu Untersuchungsumfang, Probenahme und weiteren Schritten
  • Unterstützung bei Dokumentation und Kommunikation gegenüber Behörden

Gerne beraten wir Sie individuell zu Ihrer Situation und begleiten Sie fachlich sicher durch die neuen Anforderungen.

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